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05-07-2016 Von: Gisela Matheis

Informationsreise nach Slowenien – Ein kurzer Rückblick!

Piran

Das kleine und zu 55% bewaldete Land Slowenien, etwa so groß wie Hessen, wird seltener bereist und ist weniger bekannt als seine großen Nachbarn Italien, Österreich und Kroatien, obwohl es per Direktflug von Frankfurt und Berlin aus in etwas mehr als einer Stunde, von München sogar in nur 50 Minuten zu erreichen ist. Slowenien hat uns durch seine außerordentliche landschaftliche Vielfalt begeistert und gleich mit einigen Wetterkapriolen überrascht. Zwei Tage Schnee, zwei Tage Sonne und zwei Tage Regen, solche Launen der Natur Ende April und Anfang Mai hat sogar die Einheimischen in Erstaunen versetzt.

In der slowenischen Hauptstadt Ljubljana gelandet, fuhren wir  über Skofja Loka, dem ehemaligen Sitz der Freisinger Bischöfe, in Richtung Bohinj. Aus anfänglichem Regen wurde bald dichtes Schneetreiben und statt des Sees von Bohinj besuchten wir Radovlica, die schöne Heimatstadt unserer guten slowenischen Reise­leiterin. Die erste Nacht verbrachten wir in Bled mit seiner mittelalterlichen Burg und dem Inselchen im See, das man nur mit den traditionellen Ruderbooten, den Pletnas, erreicht. In der Nacht fielen auf dem Vrsic-Pass bis zu 90 cm Neuschnee und die für den nächsten Tag geplante Fahrt in die Julischen Alpen, über die spektakuläre Kranjska Gora  Alpenstraße musste entfallen. Die Aussicht, für die diese Strecke  berühmt ist, fehlte ohnehin.  Das gelungene Alternativprogramm führte uns zu den Höhlen von Škocjan, die zum UNESCO Welterbe zählen.  Wir liefen über zahlreiche Stufen bergauf und bergab durch den sehr eindrucksvollen, größten unterirdischen Canyon Europas, der von der Reka in den Felsen gegraben und durch Einstürze der Karstdecken gebildet wurde. Danach fuhren wir an dem bekannten Gestüt von Lipica vorbei  in das slowenische Karstgebiet, wo wir in einem Weinkeller die wohlschmeckenden Weine und weitere Spezialitäten der Region probieren konnten. Bei gutem Wetter erreichten wir bei Portoroz, einem traditionsreichen Badeort,  die nur 47 km lange slowenische Mittelmeerküste.  In der benach­barten kleinen Hafenstadt Piran ist der venezianische Einfluss deutlich sichtbar. Mit einem grandiosen Panoramablick vom Vorplatz der St. Georgs-Kathedrale aus auf den Golf von Triest mit den Julischen Alpen und den Karawanken im Hintergrund wurden wir am nächsten Morgen für die Unbillen des schlechten Wetters in den beiden ersten Tagen entschädigt.  Nach einem Besuch von Koper, der größten Hafenstadt des Landes, fuhren wir  nach Osten in die Untersteiermark und damit in das Gebiet der Pannonischen Tiefebene.  Maribor ist umgeben von Weinbergen und nach einem Stadtrundgang konnten wir uns auch hier von der Qualität der Weine selbst überzeugen. Weinbau hat hier eine lange Tradition. Im Flussviertel Lent wächst die mit ca. 400 Jahren älteste Rebe des Landes. Ein Kleinod unter den vielen schönen Städten Sloweniens ist Ptuj am Ufer der Drau. Es besticht durch eine harmonische, mittelalterliche Altstadt mit vielen Patrizierhäusern, dem als Veranstaltungsort genutzten Dominikanerkloster und der Burg oberhalb der Stadt. Unsere Reise endete in Ljubljana, dem früheren Laibach. Die Altstadt, überragt von der Burg, kann man gut zu Fuß erkunden. Überall trifft man auf die Arbeiten des berühmten Architekten Jože Plečnik, einem Sohn der Stadt. Die Ljublanica ist die Lebensader der Stadt. Links und rechts des Ufers sieht man Tische und Stühle im Freien stehen. Bei einer Bootsfahrt auf der Ljublanica am Tag unserer Abreise konnten wir uns gut vorstellen wie belebt das Ufer sein würde bei gutem Wetter. Während unseres Rundgangs besuchten wir auch die St. Nikolaus-Kathedrale, wo einst der Geistliche Primož Trubar predigte. Er gilt durch die Übersetzung des Neuen Testaments aus der Lutherbibel sowohl als Begründer der slowenischen Sprache als auch der evangelischen Kirche in Slowenien und hat starb in Deutschland in Derendingen bei Tübingen. Eine interessante und bewegende Begegnung erlebten wir mit dem Dichter und Schriftsteller Veno Taufer, dem ehemaligen Vorsitzenden des PEN-Clubs Slowenien. Er lud uns für ein Gespräch in das Büro des PEN-Zentrums ein und zeigte auf, wie sehr sich Schrift­steller und Intellektuelle um die Selbständigkeit ihres Landes als ehemalige sozialistische Teilrepublik Jugoslawiens verdient gemacht haben.

In sechs Tagen haben wir einen sehr umfassenden Überblick bekommen. Eine Reise nach Slowenien bietet großartige Naturerlebnisse und eine attraktive Mischung aus slawischer, habsburgischer und venezianischer Kultur und Architektur. Die gut ausgebaute touristische Infrastruktur, die schnelle Erreichbarkeit von vielen deutschen Flughäfen (von Frankfurt, Berlin und München direkt, von anderen Flughäfen mittels Umsteige­verbindung), eine Auswahl von Hotels verschiedener Kategorien und die qualifizierte Reiseleiterin haben die Teilnehmer überzeugt. Bei der Planung sollte etwas Zeit für Erlebnisse in der Natur vorgesehen werden, z. B. eine Wanderung durch die Vintgar-Schlucht. Der Gang durch die Höhle von Škocjan kann körperlich recht fordernd sein. Alternativ bietet sich der Besuch der bekannten Tropfstein­höhle von Postojna, die „Adelsberger Grotten“ an, wo die nicht begehbaren Teile mit einer kleinen Bahn befahren werden. Die kurzen Entfernungen ermöglichen entspannte Tagestouren mit wenigen Hotelwechseln. Ein schönes Kompliment für das Land war die Aussage eines Teilnehmers am Ende der Reise, der meinte, dass man sich in Slowenien gleich wohl und heimisch fühle.

Gerne stehen wir Ihnen bei der Planung einer eigenen Gruppenreise mit Vorschlägen und Informationen beratend zur Seite. Die neuen Programme, eine 8-tägige Slowenien-Reise sowie Slowenien als Auftakt einer 12-tägigen durch die Länder Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro werden wir in Kürze in unserem Online-Katalog auf unserer Webseite einstellen.  Bei allen Teilnehmern möchte ich mich für das Interesse an Slowenien und für das sehr harmonische Miteinander während der Reise ganz herzlich bedanken.

Gisela Matheis